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OPER
WAR REQUIEM
VON BENJAMIN BRITTEN OP. 66
TEXT NACH DER LATEINISCHEN TOTENMESSE UND NACH GEDICHTEN VON
WILFRED OWEN
Britten-Zyklus: Trilogie der Außenseiter III
UA 1962
PREMIERE
28. Mai 2011
GROSSES HAUS
MUSIKALISCHE LEITUNG
RASMUS BAUMANN
INSZENIERUNG
ELISABETH STÖPPLER
AUSSTATTUNG
KATHRIN-SUSANN BROSE
CHOR
CHRISTIAN JEUB
GELSENKIRCHENER KINDERCHOR
ALFRED SCHULZE-AULENKAMP
DRAMATURGIE
ANNA MELCHER
GESCHICHTE
,,Gib ihnen die ewige Ruhe": Am Beginn dieser Totenmesse steht
unverrückbar die Frage ,,Welches Totengeläut gibt es für jene, die wie Vieh
sterben?". ,,Dies irae": Warum kämpft man? Nicht für Flaggen, sondern um das
Leben und gegen den Tod. Das Offertorium der Totenmesse: Abraham tötet seinen
Sohn Isaak und mit ihm ,,die Hälfte der Nachkommenschaft Europas". Bang tönt die
Frage im ,,Sanctus", ob Leben die Körper jemals wieder erneuern wird? Das weise
Alter verneint es. Nicht die Priester, die stolz über Golgatha ziehen, sind des ,,Agnus
Dei" würdig, des Erbarmens, sondern jene, ,,welche die größere Liebe lieben." Das
abschließende ,,Libera me", der Schrei nach Befreiung. Werden Menschen es jemals
vermögen, wirklich gegen den Krieg aufzubegehren?
LEGENDE 12
Das ,,War Requiem" ist eine Abrechnung mit der Verherrlichung des
Krieges. Die Uraufführung fand am 30. Mai 1962 in der 1940 zerstörten,
wiederaufgebauten Kathedrale von Coventry statt und ist allen Kriegsgefallenen
gewidmet. Krieg und das Leid jedes Einzelnen: beides spiegelt sich bei Britten im
Spannungsfeld zwischen der traditionellen römischen Totenmesse und
Antikriegsgedichten von Wilfred Owen, dem großen Orchester und einer intimen
Kammermusikbesetzung, vor allem aber in dem eindringlichen Appell: Der Tod ist
immer der Tod jedes Einzelnen. Hier wird der Mensch in Gestalt wehrloser
Menschenmassen zurückgeführt zur Stille eines Wiegenlieds, das in der größten
Trostlosigkeit davon kündet, dass jeder, der einen Feind erschlägt, dessen Freund
gewesen sein könnte.