MUSICAL
ADAM SCHAF HAT ANGST
(ODER DAS LIED VOM ENDE)
VON GEORG KREISLER
TEXT VOM KOMPONISTEN
UA 2002
PREMIERE
22. OKTOBER 2010
KLEINES HAUS
MUSIKALISCHE LEITUNG
ASKAN GEISLER
INSZENIERUNG
SANDRA WISSMANN
DRAMATURGIE
N.N.
GESCHICHTE Adam Schaf, alternder Schauspieler, wartet in seiner Garderobe auf
den nächsten Auftritt und lässt dabei noch einmal die Stationen seiner Karriere
Revue passieren. Dabei verliert er sich in Erinnerungen an seine Vergangenheit, an
die so genannte gute alte Zeit. Mit seiner Sicht auf das Theater und sein Leben zieht
er zugleich die Bilanz einer ganzen Generation, die einst hoch hinaus wollte und
heute in Resignation, Lethargie und Anpassung erstarrt. Hier in seiner Garderobe
darf er sich der Illusion hingeben, ein Held zu sein, gleichzeitig bravouröser
Geschichtenerzähler und visionärer Prophet. Und von seiner Garderobe aus will er
selbstherrlich all die Übel der Welt benennen und bannen. Zuweilen verliert er sich in
Schwärmereien über das Unerlaubte. Dann wieder prangert er vollmundig die
Staatsmacht an. Am liebsten aber lächelt er über den ewigen Kampf zwischen dem
Männlichen und dem Weiblichen.
LEGENDE 3 Es ist die Legende, ein Künstler habe das Recht und die Pflicht, sich
auf alle Übel dieser Welt stürzen zu dürfen. Da werden unumwunden boshafte
Wahrheiten besungen, beispielsweise über Politiker, die versprechen, ihre Wähler
wie Schafe von einer blühenden Landschaft zur nächsten zu geleiten. Adam Schaf
macht da als neuer Urmensch aus seinem Herzen keine Mördergrube: ,,Ich
schwärme nun mal fürs Illegale. Für mich sind
Gesetze völlig ohne Sinn. Was legal ist, ist für mich das Abnormale. Danken Sie
Gott, dass ich nicht Bundeskanzler bin." Georg Kreisler, komponierender Kabarettist
und Satiriker, ist wie stets spitzfindiger, subtiler und angriffslustiger Ankläger. Der
Blick des Autors geht boshaft, humorvoll und unverblümt unter die politische
Gürtellinie.