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BALLETT
GEDANKEN EINES ZWEIFLERS
SCHOSTAKOWITSCH 14. & FLAUBERT
EIN BALLETT VON BERND SCHINDOWSKI
AUF DIE 14. SINFONIE VON DMITRI SCHOSTAKOWITSCH UND DEN TEXT
,,GEDANKEN EINES ZWEIFLERS" VON GUSTAVE FLAUBERT
PREMIERE
26. FEBRUAR 2011
GROSSES HAUS
MUSIKALISCHE LEITUNG
JOHANNES KLUMPP
INSZENIERUNG UND CHOREOGRAFIE
BERND SCHINDOWSKI
CHOREOGRAFISCHE MITARBEIT
RUBENS REIS
BÜHNE
JOHANN JÖRG
KOSTÜME
ANDREAS MEYER
DRAMATURGIE
JULIANE SCHUNKE
GESCHICHTE Verflochten sind hier zwei Perspektiven auf die Ränder des Lebens:
Ein junger Mensch packt sich die ganze Weltphilosophie auf die Schultern und gibt
sie in phantastischen Visionen wieder. Ein alter Mensch lässt im Bewusstsein des
nahen Endes sein Leben in phantastischen und einprägsamen Stationen an sich
vorüberziehen. Eine Geliebte macht sich schön für den Tod ihres Sturmsoldaten. Im
Kerker schreit ein Todgeweihter um Gottes Erbarmen. Doch die poetische Kraft des
Menschen ist auch hier allgegenwärtig: ,,Der Abend naht lautlos, und plötzlich über
mir Licht, das die Dunkelheit bannt. Im Stillen hier ganz allein: Ich und mein klarer
Verstand."
LEGENDE 14 Die ,,Gedanken eines Zweiflers" des 17-jährigen Gustave Flaubert
verdichten eine Menschheitschronik zwischen Pilgerreise, Revolutionsausbruch und
dem Sterben eines Einzelnen zur unter die Haut gehenden Bestandsaufnahme einer
gespaltenen Kreatur. Einen vergleichbaren Weg schlägt Dmitri Schostakowitsch in
seiner 14. Sinfonie ein. Er, der unter dem Terrorregime Stalins in die Hölle schaute,
schreibt sie mit 63 Jahren in wenigen Monaten nieder, auch aus der Angst heraus, er
könne erblinden oder die komponierende Hand könne ihm absterben. Und doch
erklingt in seiner Musik für zwei Gesangsstimmen und Streichorchester gerade
Hoffnung, Trost und Zärtlichkeit. In der Ausdrucksform des Tanzes werden beide
Perspektiven zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für die Unverwechselbarkeit und
Poesie jedes einzelnen Lebens.